Ein Tragschrauber ist kein Hubschrauber. Er ist ein Motorflugzeug, dessen
Tragflächen sich ohne Motorantrieb im Fahrtwind drehen wie die Flügel einer Windmühle.
Der Fachausdruck lautet daher "Drehflügler" oder englisch "Gyrocopter".
Vor dem Start ist es üblich, den Rotor mit Motorkraft in erste Umdrehungen zu versetzen;
beim Start wird der Hauptrotor aber ausgekuppelt. Der eigentliche Antrieb erfolgt durch
den Druckpropeller hinter dem Piloten.
Ein Tragschrauber muss konstruktionsbedingt wie ein "normales" Motorflugzeug beim Start Anlauf nehmen.
Ein senkrechter Start oder ein Schweben auf der Stelle wie ein Hubschrauber ist ihm unmöglich.
Aber bei der Landung kann er fast senkrecht nach unten sinken. Er kann damit auf wenigen Metern Landestrecke
zum Stillstand gebracht werden, was ihn zu einem äußerst sicheren Fluggerät macht.
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Die Idee des Tragschraubers stammt schon aus dem Jahr 1923. Damals schwang sich als erster Mensch der spanische Erfinder Don Juan de la Cierva mit einem primitiven Tragschrauber in die Luft. Vier Jahre später nahm er sogar einen Passagier mit.
Im zweiten Weltkrieg wurden Tragschrauber auf deutschen U-Booten eingesetzt. An einer Leine
stiegen sie nur durch den Fahrtwind der Boote angetrieben bis zu 30 Meter hoch - eine ideale
Beobachtungsposition.
Nach dem Weltkrieg waren es Privatleute, die sich Tragschrauber bastelten. Allgemein bekannt
wurden sie erst durch einen Film. In "Man lebt nur zweimal" kurvte James Bond damit seinen
Verfolgern davon.
Rekorde mit Tragschraubern wurden aufgestellt. Im Mai 1968 schaffte der Engländer Th.Wallis
die höchste Höhe von 4639 Metern. Die längste Strecke, die ein Tragschrauber zurücklegte,
beträgt 670 Kilometer.
Seit 1974 werden Tragschrauber auch serienmäßig, zum Teil als Bausatz, hergestellt. Die Firma
Bensen lieferte bis heute rund 7000 B-8M. Und jetzt beginnt auch Wallis, die den
James-Bond-Flieger gebaut hat, mit der Fertigung.
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Wem das Fliegen mit den üblichen Flugzeugtypen zu "langweilig" wird, der sucht sich neue Herausforderungen. Auch wir haben einen solchen Pionier in unserem Verein.
Otto Frank, ein gelernter Mechanikermeister aus Walkersdorf bei llz, war bald nach seiner
Segelflugausbildung Anfang der 70er Jahre von der Idee fasziniert, ein eigenes Fluggerät zu
bauen. Das Bild eines Tragschraubers, das er in einer Zeitschrift entdeckt hatte, ließ
ihn nicht mehr los.
Er besorgte sich Informationen und Skizzen, nach denen er sein Traumflugzeug entwarf. In
mühevoller Kleinarbeit, der die gesamte Freizeit geopfert wurde, stellte Otto Frank den ersten
Prototyp her. Dieser bestand auch alle Sicherheitstests - aber nach den
vorgeschriebenen Materialprüfungen hatte er nur noch Schrottwert.
Otto ließ sich dadurch aber nicht entmutigen. Die Auflagen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt
waren mehr als streng. Trotzdem baute er sein zweites Gerät, das dank seiner Beharrlichkeit
schließlich als OE-AXF die Flugzulassung erhielt. Auf der Seitenruderflosse trägt es die
Typenbezeichnung "TSF-02" - Tragschrauber Frank Nr.2.
Nach mehr als 20 Jahren wird die OE-AXF nun in den verdienten Ruhestand geschickt. Otto Frank hat
sich ein neues Fluggerät gebaut. Diesmal viel komfortabler, mit beheizbarer Kabine und Platz
für einen Passagier. Als Verbeugung vor dem Pioniergeist hat man dem neuen Tragschrauber ein
Kennzeichen
mit den Initialen seines Erbauers zugewiesen: OE-XOF.