Es war anstrengend, damals in den 30er Jahren zu fliegen. Statt eines
Schleppflugzeuges gab es ein
Ochsengespann,
das den
Schulgleiter
auf den nächsten
Hügel zog. Und statt einer Seilwinde gab es Starts mit Muskelkraft!
Vorneweg liefen die Fliegerkameraden und zogen aus Leibeskräften an einem langen
Gummiseil. An dessen anderem Ende war der Schulgleiter eingeklinkt. Immer schneller rutschte
er auf seiner Kufe über die Wiese, schließlich hob er ab und schwebte 20, 30 Sekunden
ins Tal. Oft war die Landung hart, und in langwieriger Handarbeit mußte das Flugzeug
wieder repariert werden...
Die ersten Anfänge des Segelfliegens rund um Fürstenfeld gab es schon in der Zwischenkriegszeit.
Nach dem Krieg war das Fliegen durch die Alliierten verboten. In den 50er Jahren gründete
sich der Fliegerclub neu. Zuerst wurde am Rittscheinberg zwischen Fürstenfeld und Fehring
geflogen.
Nach dem Erwerb einer Seilwinde gehörte der schweißtreibende Gummiseilstart endlich der Vergangenheit
an. Richtig modern wurde es aber erst 1964, als die erste Schleppmaschine angeschafft wurde.
Die Leistungsgrenzen der Flugzeuge haben sich mittlerweile immer weiter verschoben. Heute schafft
ein ambitionierter Hobbypilot stundenlange Thermikflüge über hunderte von Kilometern. Davon konnten
die Piloten des alten Schulgleiters am Gummiseil nur träumen...